Unsere Kirchengemeinde Mollenstorf

Kirche Mollenstorf
Kirche Mollenstorf

Die Mollenstorfer Kirche entstand wohl im 13. Jahrhundert, vermutlich als eine Filialkirche der Kirche Groß Vielen. Die erste urkundliche Erwähnung der Mollenstorfer Kirche findet man 1335. Ob die Molmerstorper (Mollenstorfer) Kirche im Jahr 1335 eine Mutter- oder Tochterkirche war, ist nicht mehr feststellbar. Es gab im Jahr 1335 einen Geistlichen, der Dominus Bolekinus genannt wurde, der die Gemeinde Molmerstorp betreute, der jedoch kein Pleban, sondern ein einfacher Priester war. Daher ist es möglich, dass es zu dieser Zeit in Mollenstorf eine selbständige Plebane gab, die jedoch durch ihn von Groß Vielen aus betreut wurde. In diesem Fall ist die Kirche als Filialkirche zu betrachten. Dafür spricht auch ein Gesuch des Pastors Petrus Bambam im Jahr 1587 an den Herzog von Mecklenburg, in dem es um eine Visitation der Kirchen ging. Dieses Gesuch hat der Pastor Bambam als Pastor zu Vielen, Zahren und Mollenstorf unterschrieben.

Im Anschluss wütete der 30. jährige Krieg in Europa (1618-1648), der auch an Mollenstorf nicht spurlos vorbeigezogen ist. Die sakralen Gegenstände der Kirche sind hier wohl verloren gegangen. Vielleicht wurde in dieser Zeit auch der Glockenturm mit seinen Glocken zerstört. Die Indizien aus dem 18. Jahrhundert weisen jedenfalls darauf hin, zumal alle sakralen Gegenstände zu dieser Zeit neu beschafft werden mussten, so auch die große Glocke, die leider heute nicht mehr erhalten ist.

Auch in der nachfolgenden Zeit bleibt die Mollenstorfer Kirche eine Filialkirche, so sehr sich auch Justus von Gundlach, nachdem er 1764 das Gut Mollenstorf übernommen hatte, bemühte, aus seiner Kirche eine Hauptkirche, eine so genannte Mater vagans (durch Abtrennung von der Mutterkirche) zu machen.

Seine Bestrebungen führten jedoch nicht zum Erfolg, so dass die Mollenstorfer Kirche lange Zeit eine Tochterkirche von Groß Vielen blieb, bevor sie eine Filialkirche der Groß Lukower Kirche wurde.

Die Kirche als architektonischer Sakralbau

Obwohl, wie auch bereits erwähnt, das erste schriftliche Dokument auf das Jahr 1335 datiert ist, gehen die Ursprünge vermutlich noch weiter zurück. 

Eine Beschreibung der früheren Kirche findet man in einem Aufsatz von Hermann Rönnberg aus dem Jahr 1875. Die Filialkirche wird als einfaches Oblungum (Rechteck) mit gerader Altarwand beschrieben. Sie hat 1875 zwei Fenster in der Altarwand (Ostwand), drei Fenster in der Südwand und zwei Fenster in der Nordwand. Hermann Rönnberg schreibt in seinem Aufsatz: „jetzt nur zwei Fenster“, so dass man auf eine 1875 erkennbare bauliche Veränderung schließen kann, die zu diesem Zeitpunkt stattgefunden haben muss. 

Der Kirchenbau ist ein frühgotischer Backsteinbau auf einem hohen Feldsteinsockel, der teilweise in Granit ausgeführt wurde. Die Nord- und Südwand waren damals außen überkalkt. Die Altarwand ließ 1875 auch noch den Charakter vor dem Umbau der Kirche erkennen. Die schmalen Fenster der Altarwand, damals mit Spitzbogen, ohne eine Einfassung und gerade eingehend, haben demnach den Charakter der ganzen Kirche geprägt. Die heutigen Fensteröffnungen sind jedenfalls nicht mehr so spitz wie damals ausgeführt, sondern haben einen rundbogigen Abschluss.

Die Westpforte der Kirche wurde wahrscheinlich im Rahmen dieser oder bereits in einer früheren Renovierung vermauert und hatte eine rechtwinklig eingehende Schmiege, die durch die Gliederung eines vollkantigen Steins gebildet wurde. Auch heute noch wird sie durch einen Spitzbogen überwölbt. Die Giebel des Chorbereiches wiesen aufstrebende Putzblenden auf. Die Südpforte, die heute den Eingang darstellt, wurde damals im Rahmen der Modernisierung in die Südwand eingebaut und mit einer schmiedeeisernen Tür versehen.

Im Inneren der Kirche befand sich an der Nordwand eine schon 1875 als „altes Schnitzwerk“ bezeichnete Figurengruppe, die Maria mit dem Leichnam des Herrn, darstellt. Die Figurengruppe (Pieta) aus Holz war damals, zum Bedauern von Hermann Rönnberg, überkalkt. 

Die heutige Kirche hat um 1961 eine weitere Modernisierung erfahren: In das damalige Kirchenschiff wurde eine sogenannte Winterkirche eingebaut. Durch diese Winterkirche ist der Kirchbau auch im Winter nutzbar, zumal die ursprüngliche Bauweise wohl über keine Möglichkeit der Beheizung verfügte. Dieser Umbau hat das Innere komplett gewandelt. Der Altar der Winterkirche ist nicht mehr, wie in allen frühen Kirchen üblich nach Osten, sondern hier nach Norden ausgerichtet. Der heutige Altar der Hauptkirche steht an der inneren Trennwand zwischen der Haupt- und Winterkirche.

Der Kircheninnenraum ist mit einer flach gewölbten Bretterdecke versehen, die auch als Tonnendecke bezeichnet wird.

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Die Gemeinde Mollenstorf heute

Die Kirchgemeinde Mollenstorf ist heute mit der Kirchengemeinde Penzlin-Groß Lukow verbunden. Sie wird durch den für die Kirchengemeinde zuständigen Pastor betreut.

Die Gemeindeverwaltung liegt somit auch in der Verantwortung des Pastors der Stadtkirche St. Marien im nahe gelegenen Penzlin.

Glockenweihe